UNSERE BLINDENSCHULE

Offene Türen und Verfolgung in Nepal
In Nepal ist Br. Amrish* unermüdlich im Einsatz, um Muslime mit dem Evangelium zu erreichen. Außerhalb der Hauptstadt Kathmandu lebt der Großteil der Muslime in Nepal in der Terai-Region im Süden des Landes. Immer wieder nimmt Br. Amrish den beschwerlichen und gefährlichen Weg auf sich und gelangt über unwegsame Bergwege in diese armen muslimischen Dörfer in dieser Grenzregion zu Indien. Von einer seiner letzten Missionsreisen nach Terai berichtet uns Br. Amrish:
„Wir konnten vor kurzem wieder in die Terai-Region reisen. Gott hat uns einen reichlich gesegneten Dienst in verschiedenen Dörfern geschenkt.
Dafür sind wir sehr dankbar. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als leicht. Wir wurden unterwegs durch zahlreiche Überschwemmungen und Erdrutsche immer wieder aufgehalten. Es ist Gottes Gnade und seine Bewahrung, dass wir heil am Ziel ankamen.
Br. Devdas*, Dorfpastor und unser örtlicher Radioevangelist, hatte ein besonderes Treffen für uns vorbereitet. In seiner Dorfkirche waren 15 Dorfvorsteher aus verschiedenen Dörfern zusammengekommen. Die meisten von ihnen waren Muslime. Sie wollten gerne seine Kirche kennenlernen und es interessierte sie, etwas über den Glauben der Christen zu erfahren.
Br. Devdas eröffnete das Treffen und stellte mir die einzelnen Dorfältesten namentlich vor. Dann durfte ich zu den Anwesenden sprechen. Ich sagte:
‚Werte Anwesende, es ist mir eine Ehre, heute zu Ihnen sprechen und ihnen etwas über den Glauben der Christen mitteilen zu dürfen. Wir Christen glauben an den einen Gott, welcher der Schöpfer aller Dinge ist. Wie es in unserer Heiligen Schrift heißt (Kolosser 1,16a): „Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare.“
Werte Herren, Gott hat nicht nur die Welt geschaffen, Er kümmert sich auch um diese Welt mit Liebe und Sorgfalt, und zwar um einen jeden Einzelnen von uns. Er liebt Gerechtigkeit und schafft allen Recht, die Unrecht leiden. Weil Er ein Gott der Liebe ist, hat er auch uns geboten, unseren Nächsten zu lieben und ihm Gutes zu tun. Weil Er uns Frieden mit Ihm selbst schenkt, ist es uns als Christen ein Anliegen, mit anderen Menschen in Frieden und Harmonie zu leben; wo es doch so viel Hass und Streit in dieser Welt gibt. All das tun wir, weil wir nach der Lehre Christi leben wollen, der von Gott zu uns kam und in dem Gott sich uns offenbart hat. Er ist die Wahrheit und die Richtschnur für unser Leben.‘
Ich konnte sehen, dass die Anwesenden berührt waren von dem, was ich sagte. Mit ihrer Zustimmung beendete ich meine Ansprache mit einem Gebet für sie persönlich, dass Gott sie segnen und ihnen göttliche Weisheit schenken möge in ihrer Stellung als Verantwortungsträger. Anschließend stärkten wir uns bei einer gemeinsamen Mahlzeit.
Der Leiter der Gruppe, Sahil*, kam zu mir und sagte: ‚Heute habe ich zum ersten Mal einen Einblick in euren Glauben und in eure Art zu leben bekommen. Ich habe gesehen, dass die Lehre Jesu Christi höchsten ethischen Maßstäben entspricht. Wenn alle Menschen diesen Grundsätzen folgen würden, gäbe es Frieden und Harmonie in der Gesellschaft. Ich selbst bin Leiter einer wichtigen Madrasa (Koranschule) mit 350 Studenten aus ganz Nepal. Ich möchte, dass meine Studenten auch die Lehren Christi studieren. Könntest du mir ein paar Bibeln und einige Schriften über den Glauben der Christen zur Verfügung stellen?‘
Natürlich versprach ich Sahil, seiner Bitte nachzukommen. Ich staunte über die Größe Gottes, der Sahil das Herz aufgeschlossen hatte! Liebe Geschwister, bitte betet für Sahil und für diese offene Tür, die sich in dieser Koranschule nun ergeben hat!“
Wir danken Gott, dass durch den Dienst von Br. Amrish und seinen Mitarbeitern in Nepal immer wieder Muslime zum lebendigen Glauben an Jesus Christus finden. Leider stehen nicht alle Dorfvorsteher dem Evangelium so freundlich und aufgeschlossen gegenüber wie Sahil.


Oft erleben Muslime, die in den Dörfern des Terai zum Glauben kommen und ihren Glauben an Christus öffentlich bekennen, heftige Verfolgung. Auch das erlebt Br. Amrish immer wieder. Unlängst wurde es wieder brenzlich. Br. Amrish fährt in seinem Bericht fort: „Liebe Geschwister, wir brauchen Eure Gebete. Während unserer Missionsreise im Terai teilte uns eine örtliche Konvertiten-Familie den Wunsch ihrer zwei Töchter mit, das Schneiderhandwerk zu erlernen. Gerne wollten wir diesem Wunsch nach Möglichkeit nachkommen! So brachten wir Rubia* und Zubaida* – so heißen die beiden jungen Damen – mit uns nach Kathmandu zurück. Wir meldeten sie in einem christlichen Näh-Schulungszentrum an. Ihr Traum ging in Erfüllung.
Als jedoch die muslimischen Verwandten von Rubia und Zubaida das hörten, waren sie außer sich vor Zorn. Sie forderten ihre Eltern auf, ihre Töchter sofort „aus dem Zugriff der Christen“ zu befreien. Doch trotz Drohungen und Schlägen weigerten sich ihre Eltern.
Daraufhin reisten die muslimischen Angehörigen von Rubia und Zubaida selbst nach Kathmandu. Unter Anwendung von Gewalt brachten sie die beiden Mädchen wieder zurück in ihr Dorf. Auch uns hat man bedroht. Man beschuldigte uns, wir hätten geplant, Rubia und Zubaida in die Prostitution zu verkaufen.
Aufgrund der bedrohlichen Lage mussten wir jetzt an unserer Gemeinde Sicherheitskameras installieren. Bitte betet für Rubia und Zubaida und betet auch um unseren Schutz. Wir werden zurzeit ständig beschattet. Aber wir setzen unser Vertrauen auf Gott.“
Aufruf: Liebe Missionsfreunde! Wir danken Gott für den aufopferungsvollen Dienst von Br. Amrish in der Terai-Region Nepal. Jedes Jahr bekommen viele Muslime die Bibelkalender und evangelistischen Schriften der Karmelmission und hören von Jesus. Ein Mitarbeiter von Br. Amrish betreut Kinder, die mit ihren Eltern in Slums wohnen, in unserem Nachhilfezentrum dort. Auch unsere Radiosendungen erreichen in dieser Gegend viele Muslime mit dem Wort Gottes. Wir bitten Sie herzlich, die Arbeit von Br. Amrish im Gebet und mit ihren Gaben zu unterstützen.
*Name geändert
Die Arbeit der Karmelmission unter Muslimen in Nepal wird ermöglicht durch die Gebete und Spenden unserer Missionsfreunde!