UNSERE BLINDENSCHULE

In Assam finden viele Muslime zum Glauben an Jesus
Assam liegt im Zentrum der sieben Bundesstaaten im äußersten Nordosten von Indien. Bekannt ist Assam durch seinen kräftigen Assam-Tee, der auf den größten zusammenhängenden Tee-Plantagen der Erde angebaut wird. Von den über 200 Millionen Muslimen in Indien leben etwa 14 Millionen in Assam – es ist nach Jammu und Kaschmir der indische Bundestaat mit dem zweithöchsten Anteil von Muslimen.
Hier arbeitet seit über 30 Jahren unser Mitarbeiter Br. Pratul*. Br. Pratul ist ehemaliger Muslim und wuchs in einem muslimischen Dorf in Assam auf. Als er später zum Studieren in die Stadt zog, hörte er durch eine Radiosendung von Jesus Christus. Er begann, das Neue Testament zu lesen und las auch Schriften der Karmelmission. Er entschied sich, Jesus Christus nachzufolgen und ließ sich taufen.
Seine Eltern hörten davon und waren entsetzt. Als Br. Pratul sie das nächste Mal zuhause in seinem Dorf besuchte, durfte seine Mutter ihm auf Anweisung des Vaters nichts zu Essen geben. Hungrig lag Br. Pratul abends in seinem Zimmer, als sich die Tür öffnete und seine Mutter hereinkam. Sie hatte ihm doch ein wenig Reis gebracht – allerdings in der Futterschale für die Hunde! Muslime sehen Hunde als unreine Tiere an. Die Botschaft dieser Handlung war klar: Weil du Christ geworden bist, bist du für uns jetzt nicht mehr als ein verachteter Hund.
Obwohl ihm davor ekelte, aß Br. Pratul den Reis aus der Hundeschale trotzdem – aus Respekt seiner Mutter gegenüber. Doch ihm war nun klar, dass er zuhause nicht mehr sicher war. Er betete, vertraute sich der Fürsorge Gottes an und verließ am nächsten Morgen dauerhaft sein Elternhaus. Später besuchte er eine Bibelschule und wurde Mitarbeiter der Karmelmission. Br. Pratul ist Gott sehr dankbar, dass im Laufe der Jahre auch einige seiner muslimischen Angehörigen zu Jesus gefunden haben. Ein Jahr bevor er starb, nahm auch sein Vater Jesus Christus an und wurde von Br. Pratul getauft.
Heute fährt Br. Pratul mit seinem voll mit Literatur bepackten Auto über Hügel und durch Täler, um das Evangelium an Muslime in den unwegsamen Gegenden von Assam weiterzugeben. Br. Pratul hat 35 der evangelistischen Schriften der Karmelmission in die assamesische Sprache übersetzt. Er wird von vielen freiwilligen Helfern in ganz Assam bei der Verteilung dieser Literatur unterstützt. Immer wieder erleben sie, wie mächtig das Wort Gottes wirkt und wie Muslime zum Glauben finden. So konnte Br. Pratul bisher insgesamt 16 Hausgemeinden gründen, deren Mitglieder ehemalige Muslime sind. Auch im letzten Jahr konnten er und seine Mitarbeiter wieder 44 ehemalige Muslime taufen.
Zu den getauften Gläubigen kommen noch viele weitere heimliche Gläubige hinzu, die aufgrund der Verfolgung es noch nicht gewagt haben, ihren Glauben an Jesus mit ihrer Taufe und ihrer Teilnahme an den Zusammenkünften der Hausgemeinden öffentlich bekannt zu machen. Br. Pratul berichtet:

„Br. Ali* ist ein Gläubiger im Geheimen. Ich nenne ihn unseren ‚Nikodemus‘, denn er kommt immer nachts zu uns, um mit uns die Bibel zu lesen und Fragen über Jesus zu stellen. Wie sehr das Wort Gottes bereits in ihm gewirkt hat, wurde mir kürzlich klar. Da rief mich seine Frau an. Sie bedankte sich bei mir am Telefon, dass ich das Leben ihres Ehemannes verändert habe. ‚Denn‘, so sagte sie, ‚er schlägt mich jetzt nicht mehr und streitet sich nicht mehr mit mir. Im Gegenteil, jetzt kümmert er sich um mich und zeigt mir seine Liebe.‘
‚Gute Frau‘, erwiderte ich. ‚Das war nicht ich. Nicht ich habe deinen Mann verändert, sondern Jesus hat deinen Mann verändert!‘ Daraufhin meinte sie zu mir: ‚Wenn Jesus so mächtig ist, und meinen Mann verändern kann, dann will ich auch diesem Jesus nachfolgen!‘ Bittet betet für Br. Ali und seine Frau.

Ich möchte euch auch um Gebet für Br. Faisal* bitten. Er und seine Frau haben sich letztes Jahr taufen lassen und erleben nun viel Verfolgung in dem muslimischen Dorf, in dem sie leben. Die Dorfbewohner sind empört, dass jetzt eine ‚Christen-Familie‘ bei ihnen wohnt. Sie haben letztes Jahr eine Beschwerde bei der Polizei eingereicht. Sie wollten erreichen, dass die Polizei sie zwingt, das Dorf zu verlassen.
Letzten August gab es bei uns wieder eine Flut. Die Regierung gab einiges an Hilfsmitteln und Hilfsgeldern an alle Leute im Dorf, die dort betroffen waren. Jedermann in diesem Dorf bekam Hilfe, aber Faisal als Christ bekam nichts. Jetzt haben die Dorfbewohner zusätzlich verboten, dass Christen ins Dorf kommen und sie besuchen. Trotz diesem Verbot haben wir aber Faisal und seine Frau und Tochter dort besucht. Bitte betet für sie. Ihr Leben steht jeden Tag in Gefahr. Br. Faisal hat mir Folgendes gesagt: ‚Ich werde Jesus vertrauen – auch, wenn ich sterben muss.‘“
Aufruf: Die von Br. Pratul gegründeten Hausgemeinden besitzen in der Regel noch keinen eigenen Versammlungsraum. Die Gläubigen versammeln sich in ihren muslimischen Heimatdörfern meist draußen im Freien zum Gottesdienst. Gerade in der Monsunzeit müssen daher häufig die Gottesdienste ausfallen. Zu einem Preis von Euro 750,– hat Br. Pratul die Möglichkeit, für diese Hausgemeinden einfache Versammlungsräume aus Bambus zu errichten. Diese können dann für Gottesdienste, Kinderstunden und sonstige Treffen genutzt werden. Ganz herzlichen Dank, wenn Sie die Arbeit von Br. Pratul unter Muslimen in Assam im Gebet und mit ihren Gaben unterstützen.
*Name geändert
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- Indien, Literatur, Gemeindegründung
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